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Goldhamster und Zwerghamster sind schon lange in der Heimtierhaltung bekannt. Jedoch erst in den letzten zehn Jahren haben die meisten Hamsterhalter damit begonnen diese Nager artgerecht zu halten. Dazu gehört nicht nur ein Käfig mit etwas Streu und einem Laufrad, sondern weit mehr. Hamster sind Wühler, und ihren Wühltrieb möchten sie auch ausleben. Dazu kann dem Hamster eine Buddelkiste zur Verfügung stellen. Hamster können weder besonders gut klettern, noch besonders gut springen. Ihre Stärke ist das ausdauernde Laufen. Hamster legen während ihrer nächtlichen Beutezüge mehrer Kilometer zurück. Dieser Veranlagung sollte man auf jeden Fall nachgeben. Am Besten durch ein großes Auslaufgehege, und durch ein artgerechtes Laufrad.
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BuddelkisteDie Buddelkiste kann eine äußerst interessante Beschäftigungsmöglichkeit für Goldhamster und Zwerghamster darstellen, und zugleich dem Beobachter neue Einblicke in die Verhaltensweisen der Hamster verschaffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Einrichtung einer Buddelkiste:
Beispiele: Ein Aquarium (oder anderes Behältnis) zur Hälfte gefüllt mit ... 1) ... einem Sand / Streu Gemisch oder reinem Sand 2) ... reinem Torf 3) ... einem Torf / Sand-Gemisch usw.
Sie sollten folgende Dinge bei der Einrichtung und Verwendung der Buddelkiste beachten: Verwenden Sie bitte nur reine Füllstoffe wie unbehandelten Torf (dieser ist Schadstoff- und Düngerfrei) und Quarzsand, und setzen Sie nur Hamster in die Buddelkiste deren Fell nicht zu lang ist. Goldhamster, Dsungarische Zwerghamster, Campbell Zwerghamster und Chinesische Streifenhamster graben gerne in einem Gemisch nach 2) und 3). Roborowski-Zwerghamster bevorzugen reinen Sand. Teddyhamster, Angorahamster usw. sollten nur in einer Buddelkiste mit Hobelspänen, Sand oder Maisstreu graben, da sich ihr Fell sonst mit Wasser vollsaugen kann und auch sehr stark verschmutzt. Bitte achten Sie darauf, dass der Torf nicht staubig, sondern ganz leicht angefeuchtet ist (Sprühflasche). Dies verhindert das Aufwirbeln feinster Faserstoffe die sonst in die Atemwege und an die Schleimhäute des Hamster gelangen könnten. Noch ein Tipp für Roborowski Zwerghamster: Nehmen Sie Quarzsand von 1mm Körnung und schichten sie diesen im Aquarium auf. Und zwar so, dass sie nach jeder Auftragung den Sand leicht ansprühen. Der Sand wird dann leicht fest wenn er wieder trocknet, und bietet den Roborowski Zwerghamstern eine gute Gelegenheit Gänge im Sand zu bauen, ohne dass dieser ständig nachrutscht.
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AuslaufgehegeMit Auslaufgehege ist ein abgegrenzter Bereich gemeint, in dem der Hamster sich frei bewegen kann. Sie können dazu beispielsweise aus Sperrholz und Draht einen Bereich der Wohnung abgrenzen in dem der Hamster herumtollen kann. Den Auslaufbereich sollten sie unbedingt interessant gestalten, da der Hamster so viel länger Interesse an dem für seinen Verhältnisse doch winzigen Areal hat. Bedenken sie bitte immer, dass der Hamster in der Natur gewaltige Flächen zur Verfügung hat! Sie können das Freigehege beispielsweise mit Steinen, Höhlen, Ästen und einer Buddelschale interessant gestalten. Besonders aufregend wird es, wenn sie eine große, flache Schale mit Torf füllen, und Gräsersamen bestreuen. Wenn sie die Samen jeden Tag besprühen, und mit Licht versorgen wächst schon bald eine grüne Wiese in der die Hamster gerne auf Erkundung gehen. Interessant ist es, wenn sie in der Schale zum Beispiel einen Stein oder andere Hindernisse oder Aussichtsplattformen positionieren. Ein Auslauf im Garten (auch wenn er in einem abgegrenzten Breich und unter Aufsicht statt findet) birgt trotzdem immer einige Gefahren, denen man besser ausweichen sollte. Außerdem sind Hamster ja nachtaktiv, und das ist wohl eher nicht die Zeit für einen Aufenthalt im Garten.
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LaufradIn den oberen Abschnitten wurde schon angesprochen, dass Hamster einen extrem starken Bewegungsdrang haben, dem man in jedem Fall nachgeben muss, da sonst Verhaltensweisen wie ständiges Gitternagen auftreten. Dabei kann der Hamster sich selbst die Nase am Gitter wundreiben, und die aufgeriebenen Hautstellen können sich entzünden und / oder verpilzen. Daher sollte ein ständiges Gitternagen möglichst vermieden werden. Da es nichts nützt dem Hamster dies zu sagen, muss man ihm Bewegungsmöglichkeiten verschaffen. Die oben angegebene Buddelkiste und das Freigehege sind ein sehr guter Start. Allerdings haben 99% aller Pfleger leider zu wenig Zeit und zu wenig Platz für diese Maßnahmen. Daher ist ein Laufrad (auch Hamsterrad genannt) als zusätzliche Möglichkeit auf jeden Fall empfehlenswert. Sie werden feststellen, dass der Hamster selbst nach stundenlangem Auslauf das Laufrad dennoch instinktiv benutzt. In der Natur bewahrt diese Ausdauer den Hamster vor dem Verhungern, da er in seiner z.T. recht kargen Heimat oftmals sehr weite Strecken zurücklegen muss um an ausreichende Futtermengen zu gelangen. Da Laufräder eine Verletzungsmöglichkeit darstellen können, achten Sie bitte auf folgende Punkte beim Laufrad: Es sollte möglichst groß sein, so dass der Hamster mit gerader Wirbelsäule im Rad laufen kann und es sollte an einer Seite und an den Laufflächen komplett geschlossen sein, und an der anderen Seite keine gefährlichen Schereneffekte aufweisen. Achsenhalterungen auf der Seite des Ein- und Ausstiegts stellen eine Gefahr für den Hamster dar, die man problemlos durch kauf eines geeigneten Laufrades umgehen kann.
Linktipp: Laufradtest
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Die Texte wurde 1998 im Rahmen einer Arbeit an einer Informationsbroschüre für eine Zoohandlung geschrieben und überarbeitet.© 1998-2002 Georg Leithold - Eine weitere Veröffentlichung ohne Einverständnis des Autors ist nicht gestattet. |